

LANDUNG IN AGADIR
Der Flughafen in Agadir ist deutlich überschaubarer und ordentlicher als z.
B. der Flughafen in Hurghada. Was mit Sicherheit auch daran liegt, dass Agadir
nicht so häufig angeflogen wird und das deshalb auch nicht so viele Maschinen
gleichzeitig landen. Dreißig Minuten nach unsere Landung in Agadir saßen wir
nach reibungslosem Ablauf der Passkontrolle und der Mietwagenübernahme bereits
im Auto und konnten uns auf den knapp 200 Km langen Weg nach Essaouira machen.
TAGHAZOUT
Nachdem wir Agadir in Richtung Norden
verlassen hatten erreichten wir die Küstenstrasse und sahen sofort weshalb
Marokko im Winter das Mekka der Wellenreiter ist. Saubere Wellen die in
gleichmäßigen Abständen endlos laufen. Unser erster Stopp war bereits nach 30
Kilometern in Taghazout. Hier halten sich im Winter viele Wellenreiter auf die
auf der Suche nach „der Welle“ die unzähligen Spots in der Nähe abklappern.
Direkt neben Taghazout gibt es allerdings auch endlose Strände mit
einsteigertauglichen Wellen die mit dem Longboard jedem Anfänger und Aufsteiger
Spaß machen. Es gibt momentan noch
keine Hotels aber zahlreiche einfache Unterkünfte. Die Preise im Ort sind sehr günstig und so kostet eine
leckere „Tagine“, marokkanischer Schmortopf, im beliebten Restaurant Florida
nur 25 Dirham, also ca. 2,30 Euro und ein Frühstück nur 20 Dirham, also knapp 2
Euro.
Am nächsten Morgen starteten wir dann nach einer frühen Wellenreitsession und
einem ausgiebigen Frühstück um ca. 11:00 in Richtung Norden, da wir doch sehr
gespannt waren, ob die Windvorhersage von 20 – 30 Knoten für Essaouira bzw. dem
windbegünstigten Sidi Kaouki, auch stimmte. Die Fahrt ging zuerst immer an der
Küste entlang und wir hatten eine tolle Aussicht auf die zahlreichen
Wellenspots, wo fast immer einige Wellenreiter aktiv waren. Nach einem Drittel
der Strecke führte die Strasse dann von der Küste weg weiter ins Landesinnere.
Die Landschaft ist abwechslungsreich und deutlich grüner als z. B. in Ägypten.
Die letzen 60 Km ging es durch die Arganienbäume wo es entlang dieser Strecke viele Straßenverkäufer die
Flaschen mit Arganienöl und andere Arganienprodukte anbieten. Nach knapp 3
Stunden Fahrt bogen wir nach links auf
die letzten 12 Km Richtung Sidi Kaouki und nach einigen Kilometern hatten wir
Sicht auf das Meer, die Wellen und es
hatte Wind!!!
SIDI KAOUKI
Vor zehn Jahren gab es hier kein einziges Haus. Mittlerweile ist es ein kleines
Dorf mit einigen Hotels, Auberges und Restaurants. Direkt oberhalb des endlosen Sandstrandes Felix
Gerl seinen Surfclub Sidi Kaouki und sein Restaurant in einer
marokkanischen Villa aufgeschlagen. Nach einer Stärkung im Restaurant im ersten
Stock mit Blick auf den Spot gab es kein Halten mehr. Rein den Steamer und mit
5,3er Segeln und 80/90 Liter Board ging es aufs Wasser. Erstklassiges Material
von Starboard und Hot Sails Maui mit 93% Carbon Skinny Masten und sogar einigen
Carbon Gabeln zum testen. Die
Wassertemperatur liegt hier am Atlantik immer unter 20 Grad. Ein Steamer ist
Pflicht und Frostbeulen sollten einen Langarmanzug tragen. Die Wellen laufen in
Sets so dass ein Starten je nach Swell auch für Welleneinsteiger möglich ist.
Es hat richtig Spaß gemacht, auch wenn die Muskeln viel zu früh eine Pause
wollten. Neben dem Spot direkt vor dem Center gibt es einen zweiten Spot einen Kilometer nördlich in der Bucht mit dem kleinen Fischerdorf
Taghinsa. Hier ist am manchen Tagen ca.
eine Windstärke mehr und wenn es vor dem Center wider Erwarten mal nicht
reicht, organisiert Felix kostenlose
Ausflüge mit dem Stationsmaterial. Wir haben beide Spots für Euch getestet.
Taghinsa am zweiten Tag und Sidi am vierten Tag.
Wir wohnten in einem traumhaften Appartement im Windy Kaouki, das von Tino einem
Italiener mit sehr viel Liebe zum Detail gebaut wurde. Alle Appartements haben
einen tollen und gemütlichen Wohnraum mit offenem Kamin und Küchenzeile, ein
schönes Schlafzimmer und ein sehr schönes Badezimmer mit gemauerter Dusche. Es
gibt einen schönen sonnigen und windgeschützten Pool für die Sonnenanbeter die
nicht zum Strand wollen. Alternativ bieten wir noch die deutlich einfachere Auberge Marabout an. Die Preise sind im Vergleich zu Griechenland sehr günstig so dass der
geringe Mehrpreis für das „Windy“ sich auf jeden Fall lohnt. Detailbeschreibung
über die Links oder in unserem Katalog.
Am Abend zauberte Tino in seiner Hotelküche ein traumhaftes Essen, da er am
selben Tag von den Fischern einige frische Fische geliefert bekommen hat.
Frühstück und Abendessen gibt es auf Wunsch nur für Hotelgäste. Nach einem
leckeren Frühstück am Surfcenter machten wir noch unserer üblichen Rundgang im
Dorf um uns die Unterkünfte und Gegebenheiten in Ruhe anzusehen. Danach machten
wir uns auf den Weg in das ca. 23 Km weiter nördlich liegende Essaouira.
ESSAOUIRA
Das erste was man sieht, wenn man auf Essaouira zufährt ist der lange
Sandstrand und der Spot.
Im unteren südlichen Bereich mit Welle und näher an der Medina mit Flachwasser.
Ein Traumspot für Einsteiger, Aufsteiger und Wellenfans denen es in Sidi Kaouki
zu ruhig ist oder die sich an die Wellen erst herantasten wollen. Das Club
Mistral /Skyriders Center und das Beach Restaurant Ocean Vagabond liegen direkt
am Sandstrand am Flachwasserspot. Die Station wird allerdings ca. 500 Meter
weiter nach Süden umziehen, sobald das neue Fünf Sterne Hotel was auf der
anderen Straßenseite gebaut wird, fertig ist. Dann ist es direkt am Wellenspot
und die Aufsteiger müssen etwas hoch laufen. Der Spot ist für Windsurfer wie
für Kiteboarder ideal und absolut sicher. Der Wind kommt side shore von rechts
und man kommt bei Problemen immer wieder weiter südlich am Strand an. Wie in
Sidi ist gibt es hier nur Sand und das Surfen ohne Schuhe ist problemlos
möglich. Das Restaurant bietet zahlreiche leckere Speisen und Getränke und es
gibt windgeschützte Liegen. Ein klasse Platz um Pause zu machen oder einfach
nur um in einem Liegestuhl zu entspannen.
Da der Wind nachmittags wieder passte sind
wir dann mit dem erstklassigen Material des Club Mistral zum Spottest
gestartet. 5,8er Segel und Syncro 92 passten perfekt. Einen Schlag downwind und
schon waren wir im Wellenabschnitt wo im Frühjahr und Herbst je nach Swell auch Wellen zum Springen und
abreiten laufen. Ein klasse Allroundrevier wo wirklich alle auf Ihre Kosten kommen.
Nachdem wir für eine Nacht in einer der einfacheren
und günstigen Unterkünften, dem Chateau Mogador** eingecheckt hatten, haben
wir unsere Hoteltour gemacht und das Sofitel Mogador *****, das Riad Mogador **** , das Riad Zahra**+ , das Riad al Madina**** und das absolute Highlight das Guesthouse „Ocean Vagabond“ ***+ angesehen. Das Ocean Vagabond, in dem wir die nächste Nacht
verbracht haben, verdient besondere Beachtung, da es wie das „Windy“ in Sidi,
mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet und eingerichtet wurde. Es wird als
3,5 Sterne Haus angeboten entspricht aber definitiv mehr Sternen. Alle Zimmer
sind unterschiedlich afrikanisch und einfach toll eingerichtet. Es gibt keine
Zimmernummern. Jedes Zimmer hat einen Namen passend zum Stil des Zimmers. Im
Erdgeschoss gibt es das schöne Restaurant mit Bar, eine kuschelige Kaminecke und einen schönen Garten mit Pool.
Besonders zu erwähnen ist auch das Riad al Madina in der Altstadt. Ein Hotel
wie aus 1000 und einer Nacht und mitten im Trubel. Detailinfos unter den Links oder in unserem Katalog. Die
Marokko Bildergalerie folgt so schnell wie möglich, damit Ihr zusätzliche
Eindrücke bekommt.
Essaouira ist klasse. Die beiden Abende und einen Vormittag haben wir in der Altstadt verbracht. Die Medina wurde im
Jahre 2001 in die UNESCO-Liste der schützenswerten Sehenswürdigkeiten der
menschlichen Welt eingetragen und zählt somit zum Weltkulturerbe. Es gibt
unzählige Gassen mit Marktständen die Gewürze, Töpferwaren, Leder und
Holzaccessoires und Bekleidung anbieten und verkaufen. Handeln ist Pflicht. An einem der Stände mit Musikinstrumenten hat der Händler für eine
Trommel mit 350 Dirham angefangen und uns die Trommel am Ende für 50 Dirham
verkauft. Auch der Fischmarkt ist sehenswert, wobei es die Fischstände auch
direkt vor dem sehenswerten Hafen gibt, in dem Abends unzählige Fischerboote
liegen und ein reges Treiben herrscht. In vielen Restaurants gibt es keinen
Alkohol, da die Behörden mit den Alkohol Lizenzen sehr sparsam umgehen. Es
gibt aber ein paar größere Restaurants die Alkohol anbieten und auch
einige Bars wie das Il Mare und das Taros die allerdings erst ab ca. 23.00
voller werden.
Nach unserer Nacht im Ocean Vagabond waren die fünf Tage in Marokko auch schon
wieder vorbei, Abreisetag. Nach einem frühen Frühstück sind wir auf dem Weg
nach Agadir erst einmal wieder nach Sidi um und zu verabschieden und um noch
eine Stunde mit dem Longboard in den Wellen Spaß zu haben. Wir hatten perfekte
Bedingungen zum Wellenreiten, da der Wind an diesem Tag etwas später einsetzte
bzw. auch etwas schwächer war als erwartet.
ABFLUG IN AGADIR
Um 12.00 Uhr machten wir uns dann auf den Weg zum Flughafen der etwas
südlich von Agadir liegt.. Da es immer nur eine Landstrasse ist, die sich
durchs Land windet bzw. entlang der Küste sehr kurvenreich ist, sollte man für
diese Fahrt zum Flughafen ca. 4 Stunden einplanen, wenn man mit dem Mietwagen
unterwegs ist. Sicher ist sicher! Um 17:10 starteten wir mit Condor Richtung
Frankfurt. Es hat eine Menge Spaß
gemacht.
Deshalb definitiv Auf Wiedersehen bzw. ma'a s-salama Marokko
FAZIT
Wir werden wiederkommen. Marokko, Essaouira und die beiden Spots bieten eine
Menge.
Eigentlich unverständlich, dass Marokko neben Ägypten immer so wenig Beachtung
findet.
Wir hoffen, dass auf dem Flughafen in Essaouira bald auch nonstop Maschinen aus
Deutschland landen. Dann werden Essaouira und Sidi auch für Wochengäste interessanter,
da der lange Transfer entfällt.
Axel – sportreisen-nord.de
Bernd – sportreisen-west.de