Reisebericht Windsurfen und Wellenreiten in Marokko

 
Axel am Club Mistral in Essaouira
Marokko ist einfach nur cool!

Reisebericht Windsurfen und Wellenreiten in Marokko

Inforeise Marokko mit Sidi Kaouki und Essaouira

 
Axel aus dem sportreisen-nord.de Büro Bremen und ich, Bernd aus dem sportreisen-west.de Büro Bonn uns mal wieder auf den Weg gemacht. Dieses mal haben wir Marokko ausgewählt, da es dort Ende April bereits sehr konstanten Wind und auch noch sehr gute Wellen gibt und Axel nur sehr gute Erinnerungen an Marokko hatte. Er war 1997 bei den Happy Surf Wavedays Marokko zum letzten mal hier und sehr gespannt wie sich alles verändert hat.

 

LANDUNG IN AGADIR
Der Flughafen in Agadir ist deutlich überschaubarer und ordentlicher als z. B. der Flughafen in Hurghada. Was mit Sicherheit auch daran liegt, dass Agadir nicht so häufig angeflogen wird und das deshalb auch nicht so viele Maschinen gleichzeitig landen. Dreißig Minuten nach unsere Landung in Agadir saßen wir nach reibungslosem Ablauf der Passkontrolle und der Mietwagenübernahme bereits im Auto und konnten uns auf den knapp 200 Km langen Weg nach Essaouira machen.

TAGHAZOUT
Nachdem wir  Agadir in Richtung Norden verlassen hatten erreichten wir die Küstenstrasse und sahen sofort weshalb Marokko im Winter das Mekka der Wellenreiter ist. Saubere Wellen die in gleichmäßigen Abständen endlos laufen. Unser erster Stopp war bereits nach 30 Kilometern in Taghazout. Hier halten sich im Winter viele Wellenreiter auf die auf der Suche nach „der Welle“ die unzähligen Spots in der Nähe abklappern. Direkt neben Taghazout gibt es allerdings auch endlose Strände mit einsteigertauglichen Wellen die mit dem Longboard jedem Anfänger und Aufsteiger Spaß machen. Es gibt  momentan noch keine Hotels aber zahlreiche einfache Unterkünfte. Die Preise im Ort sind sehr günstig und so kostet eine leckere „Tagine“, marokkanischer Schmortopf, im beliebten Restaurant Florida nur 25 Dirham, also ca. 2,30 Euro und ein Frühstück nur 20 Dirham, also knapp 2 Euro.

Am nächsten Morgen starteten wir dann nach einer frühen Wellenreitsession und einem ausgiebigen Frühstück um ca. 11:00 in Richtung Norden, da wir doch sehr gespannt waren, ob die Windvorhersage von 20 – 30 Knoten für Essaouira bzw. dem windbegünstigten Sidi Kaouki, auch stimmte. Die Fahrt ging zuerst immer an der Küste entlang und wir hatten eine tolle Aussicht auf die zahlreichen Wellenspots, wo fast immer einige Wellenreiter aktiv waren. Nach einem Drittel der Strecke führte die Strasse dann von der Küste weg weiter ins Landesinnere. Die Landschaft ist abwechslungsreich und deutlich grüner als z. B. in Ägypten. Die letzen 60 Km ging es durch die Arganienbäume wo es entlang dieser Strecke viele Straßenverkäufer die Flaschen mit Arganienöl und andere Arganienprodukte anbieten. Nach knapp 3 Stunden Fahrt  bogen wir nach links auf die letzten 12 Km Richtung Sidi Kaouki und nach einigen Kilometern hatten wir Sicht  auf das Meer, die Wellen und es hatte Wind!!!

SIDI KAOUKI
Vor zehn Jahren gab es hier kein einziges Haus. Mittlerweile ist es ein kleines Dorf mit einigen Hotels, Auberges und Restaurants. Direkt  oberhalb des endlosen Sandstrandes Felix Gerl seinen Surfclub Sidi Kaouki und sein Restaurant in einer marokkanischen Villa aufgeschlagen. Nach einer Stärkung im Restaurant im ersten Stock mit Blick auf den Spot gab es kein Halten mehr. Rein den Steamer und mit 5,3er Segeln und 80/90 Liter Board ging es aufs Wasser. Erstklassiges Material von Starboard und Hot Sails Maui mit 93% Carbon Skinny Masten und sogar einigen Carbon Gabeln zum testen.  Die Wassertemperatur liegt hier am Atlantik immer unter 20 Grad. Ein Steamer ist Pflicht und Frostbeulen sollten einen Langarmanzug tragen. Die Wellen laufen in Sets so dass ein Starten je nach Swell auch für Welleneinsteiger möglich ist. Es hat richtig Spaß gemacht, auch wenn die Muskeln viel zu früh eine Pause wollten. Neben dem Spot direkt vor dem Center gibt es einen  zweiten Spot  einen Kilometer nördlich in der Bucht mit dem kleinen Fischerdorf Taghinsa. Hier ist  am manchen Tagen ca. eine Windstärke mehr und wenn es vor dem Center wider Erwarten mal nicht reicht, organisiert  Felix kostenlose Ausflüge mit dem Stationsmaterial. Wir haben beide Spots für Euch getestet. Taghinsa am zweiten Tag und Sidi am vierten Tag.

Wir wohnten in einem traumhaften Appartement im Windy Kaouki, das von Tino einem Italiener mit sehr viel Liebe zum Detail gebaut wurde. Alle Appartements haben einen tollen und gemütlichen Wohnraum mit offenem Kamin und Küchenzeile, ein schönes Schlafzimmer und ein sehr schönes Badezimmer mit gemauerter Dusche. Es gibt einen schönen sonnigen und windgeschützten Pool für die Sonnenanbeter die nicht zum Strand wollen. Alternativ bieten wir noch die deutlich einfachere Auberge Marabout  an. Die Preise sind im Vergleich zu Griechenland sehr günstig so dass der geringe Mehrpreis für das „Windy“ sich auf jeden Fall lohnt. Detailbeschreibung über die Links oder in unserem Katalog.

Am Abend zauberte Tino in seiner Hotelküche ein traumhaftes Essen, da er am selben Tag von den Fischern einige frische Fische geliefert bekommen hat. Frühstück und Abendessen gibt es auf Wunsch nur für Hotelgäste. Nach einem leckeren Frühstück am Surfcenter machten wir noch unserer üblichen Rundgang im Dorf um uns die Unterkünfte und Gegebenheiten in Ruhe anzusehen. Danach machten wir uns auf den Weg in das ca. 23 Km weiter nördlich liegende Essaouira.

 

ESSAOUIRA
Das erste was man sieht, wenn man auf Essaouira zufährt ist der lange Sandstrand und der Spot.
Im unteren südlichen Bereich mit Welle und näher an der Medina mit Flachwasser. Ein Traumspot für Einsteiger, Aufsteiger und Wellenfans denen es in Sidi Kaouki zu ruhig ist oder die sich an die Wellen erst herantasten wollen. Das Club Mistral /Skyriders Center und das Beach Restaurant Ocean Vagabond liegen direkt am Sandstrand am Flachwasserspot. Die Station wird allerdings ca. 500 Meter weiter nach Süden umziehen, sobald das neue Fünf Sterne Hotel was auf der anderen Straßenseite gebaut wird, fertig ist. Dann ist es direkt am Wellenspot und die Aufsteiger müssen etwas hoch laufen. Der Spot ist für Windsurfer wie für Kiteboarder ideal und absolut sicher. Der Wind kommt side shore von rechts und man kommt bei Problemen immer wieder weiter südlich am Strand an. Wie in Sidi ist gibt es hier nur Sand und das Surfen ohne Schuhe ist problemlos möglich. Das Restaurant bietet zahlreiche leckere Speisen und Getränke und es gibt windgeschützte Liegen. Ein klasse Platz um Pause zu machen oder einfach nur um in einem Liegestuhl zu entspannen.

Da der Wind nachmittags wieder passte sind wir dann mit dem erstklassigen Material des Club Mistral zum Spottest gestartet. 5,8er Segel und Syncro 92 passten perfekt. Einen Schlag downwind und schon waren wir im Wellenabschnitt wo im Frühjahr und Herbst  je nach Swell auch Wellen zum Springen und abreiten laufen. Ein klasse Allroundrevier wo wirklich alle auf Ihre Kosten kommen.


Nachdem wir für eine Nacht in einer der einfacheren und günstigen Unterkünften, dem Chateau Mogador** eingecheckt hatten, haben wir unsere Hoteltour gemacht und das Sofitel Mogador *****, das Riad Mogador **** , das Riad Zahra**+ , das Riad al Madina****  und das absolute Highlight das Guesthouse „Ocean Vagabond“ ***+  angesehen. Das Ocean Vagabond, in dem wir die nächste Nacht verbracht haben, verdient besondere Beachtung, da es wie das „Windy“ in Sidi, mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet und eingerichtet wurde. Es wird als 3,5 Sterne Haus angeboten entspricht aber definitiv mehr Sternen. Alle Zimmer sind unterschiedlich afrikanisch und einfach toll eingerichtet. Es gibt keine Zimmernummern. Jedes Zimmer hat einen Namen passend zum Stil des Zimmers. Im Erdgeschoss gibt es das schöne Restaurant mit Bar,  eine kuschelige Kaminecke und einen schönen Garten mit Pool.
Besonders zu erwähnen ist auch das Riad al Madina in der Altstadt. Ein Hotel wie aus 1000 und einer Nacht und mitten im Trubel. Detailinfos  unter den Links oder in unserem Katalog. Die Marokko Bildergalerie folgt so schnell wie möglich, damit Ihr zusätzliche Eindrücke bekommt.

Essaouira ist klasse. Die beiden Abende und einen Vormittag haben wir in der Altstadt verbracht. Die Medina wurde im Jahre 2001 in die UNESCO-Liste der schützenswerten Sehenswürdigkeiten der menschlichen Welt eingetragen und zählt somit zum Weltkulturerbe. Es gibt unzählige Gassen mit Marktständen die Gewürze, Töpferwaren, Leder und Holzaccessoires und Bekleidung anbieten und verkaufen.  Handeln ist Pflicht. An einem der Stände mit  Musikinstrumenten hat der Händler für eine Trommel mit 350 Dirham angefangen und uns die Trommel am Ende für 50 Dirham verkauft. Auch der Fischmarkt ist sehenswert, wobei es die Fischstände auch direkt vor dem sehenswerten Hafen gibt, in dem Abends unzählige Fischerboote liegen und ein reges Treiben herrscht. In vielen Restaurants gibt es keinen Alkohol, da die Behörden mit den Alkohol Lizenzen sehr sparsam umgehen. Es gibt  aber ein paar größere  Restaurants die Alkohol anbieten und auch einige Bars wie das Il Mare und das Taros die allerdings erst ab ca. 23.00 voller werden.

Nach unserer Nacht im Ocean Vagabond waren die fünf Tage in Marokko auch schon wieder vorbei, Abreisetag. Nach einem frühen Frühstück sind wir auf dem Weg nach Agadir erst einmal wieder nach Sidi um und zu verabschieden und um noch eine Stunde mit dem Longboard in den Wellen Spaß zu haben. Wir hatten perfekte Bedingungen zum Wellenreiten, da der Wind an diesem Tag etwas später einsetzte bzw. auch etwas schwächer war als erwartet.

ABFLUG IN AGADIR
Um 12.00 Uhr machten wir uns dann auf den Weg zum Flughafen der etwas südlich von Agadir liegt.. Da es immer nur eine Landstrasse ist, die sich durchs Land windet bzw. entlang der Küste sehr kurvenreich ist, sollte man für diese Fahrt zum Flughafen ca. 4 Stunden einplanen, wenn man mit dem Mietwagen unterwegs ist. Sicher ist sicher! Um 17:10 starteten wir mit Condor Richtung Frankfurt.  Es hat eine Menge Spaß gemacht.

Deshalb definitiv Auf Wiedersehen bzw. ma'a s-salama Marokko

 
FAZIT
Wir werden wiederkommen. Marokko, Essaouira und die beiden Spots bieten eine Menge.
Eigentlich unverständlich, dass Marokko neben Ägypten immer so wenig Beachtung findet.
Wir hoffen, dass auf dem Flughafen in Essaouira bald auch nonstop Maschinen aus Deutschland landen. Dann werden Essaouira und Sidi auch für Wochengäste interessanter, da der lange Transfer entfällt.


Axel – sportreisen-nord.de
Bernd – sportreisen-west.de

 
 
 
letzte Aktualisierung: 24.03.2010
 

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